Ägypten - 7000 Jahre Geschichte

Ägypten - 7000 Jahre Geschichte, Kultur und Zivilisation im Überblick

Die Geschichte Ägyptens ist uralt und noch heute sind die Besucher dieses Landes fasziniert von seiner alten Kultur und Zivilisation. Der folgende Abriss gibt Ihnen einen Überblick über 7000 Jahre Geschichte und die kulturelle Entwicklung.

5000 - 4000 v. Chr. - Die Vorzeit

Dies ist der Übergang von der Alt- zur Jungsteinzeit, nach der letzten Eiszeit wandeln sich Teile Nordafrikas von feuchtheißen Gebieten um in Wüsten. Erstmals werden Verstorbene außerhalb der Wohnsiedlungen in besonderen Friedhöfen bestattet und mit reichen Grabbeigaben versehen. Bereits in dieser frühen Zeit entwickelt sich ein Totenkult, der sich später noch verfeinern und ausdehnen wird. Ob es in dieser Zeit bereits frühe Königreiche in Ägypten gab, ist nicht einwandfrei belegt. Das Land war geteilt in Ober- und Unterägypten.

3000 - 2665 v. Chr. - Die Frühzeit

Hier liegen die Anfänge der ägyptischen Hochkultur, im Lauf der Zeit wuchsen Ober- und Unterägypten zu einer Einheit zusammen, die von den Herrschern der 1. und 2. Dynastie regiert wurden. Das Leben richtete sich nach den Nil-Überschwemmungen, daraus entwickelte sich auch der damalige ägyptische Kalender. Eine Schrift wurde erfunden und in der Kunst entstand der Reliefstil. Die Basis für die frühägyptischen architektonischen Monumentalbauten wurde gelegt. Mastabas entstanden, die Vorläufer der Pyramiden.



2665 - 2155 v. Chr. - Das Alte Reich

Dieser Zeitraum wird auch als Pyramidenzeit bezeichnet, es war der großartigste Zeitraum der ägyptischen Geschichte und reichte von der 3. bis zur 6. Dynastie. König Djoser und Imhotep - sein Arzt, Baumeister und Hohepriester gleichzeitig - begründeten die Steinarchitektur als Zeichen ewiger königlicher Macht. Die Herrscher waren Gottkönige - also ein Gott, der in einm König wiedergeboren wurde - und deshalb wurden Ihnen auch monumentale Grabmäler errichtet, damit sie auch aus dem Jenseits Segen für ihre Untertanen spenden konnten. So kann man auch daraus schließen, dass in dieser Zeit der Pharao absolutistisch herrschte und es bereits ein gut funktionierendes Staatswesen gegeben hat.

In diese Epoche fällt auch der Bau der weltberühmten Pyramiden von Gizeh, der Cheops-, Chephren- und Mykerinos-Pyramide.

Außerdem entstand der Sonnenkult, die Bezeichnung "Sohn des Sonnengottes Re" war stets der Beiname des amtierenden Pharaos.

Es existierten Handelsbeziehungen zu den Nachbarländern, besonders zum Weihrauchland Punt, das sich wohl im heutigen Somalia befand.

Im Lauf der Zeit bildete sich auch der Beamtenadel mit den sogenannten Gaufürsten, die für die einzelnen Regionen zuständig waren und sie sozusagen beherrschten. Daraus entstand eine Art ägyptischer dezentralisierter Feudalstaat. Dieses System unterhöhlte im Lauf der Zeit die zentrale Machtstellung des Pharaos, das ehemals stabile Staatsgefüge brach zusammen und führte zum Ende dieser Ära.

2155 - 2130 v. Chr. - Die Erste Zwischenzeit

Die staatliche Ordnung verfällt weiter durch rivalisierende Gaufürsten, die alle um die zentrale Macht im Staat buhlen. Es herrscht politische und wirtschaftliche Instabilität. Gleichzeitig entwickelte sich jedoch das geistige und literarische Leben weiter und gibt noch heute Zeugnis vom damaligen Leben. Erst als es den thebanischen Fürsten gelingt, an die Macht zu kommen und das Reich wieder zu einigen, kehren ruhigere und bessere Zeiten ein.

2130 - 1785 v. Chr. - Das Mittlere Reich

Der Thebener Mentuhotep wird Herrscher über das Land, die neue Hauptstadt wird Theben. Sie ist auch das religiöse Zentrum. Eine neue Blütezeit beginnt. Seine Nachfolger setzen seine Reformen weiter fort. In diesem Zeitraum spielt auch die Geschichte von "Sinuhe" , ca. aus dem Jahre 1900 v. Chr. Er war ein Hofbeamter und seine Aufzeichnungen liefern uns ein gutes Bild jener Jahre. Die Herrscher Amenemhet und Sesostris weiten das Reich aus und sorgen für eine funktionierende Bewirtschaftung des Fayum-Beckens - einem oasenartigen Landstrich, der südlich von Kairo liegt. Im Mittleren Reich begannen auch die ersten Tempelbauten in Karnak.

1785 - 1550 v. Chr. - Die Zweite Zwischenzeit

Für diese Epoche gibt es nur wenige Aufzeichnungen. Die Hyksos, eine altorientalische Volksgruppe reißt in Ägypten die Macht an sich, neue Hauptstadt wird Auaris. Mit ihnen kommen auch neue Handwerks- und Kriegstechniken ins Land, z.B. Pferde, die Streitwagen ziehen, bronzene Pfeilspitzen, Helm und Schild etc. Doch bald lehnen sich die ehemaligen thebanischen Herrscher gegen die Hyksos auf und tragen den Sieg davon. Theben wird wieder Hauptstadt und mit König Ahmose kehrt endlich wieder Ruhe ins Land ein.

1550 - 1070 v. Chr. - Das Neue Reich

In diesem Zeitraum entwickelte sich Ägypten gewissermaßen zu einer Weltmacht der Antike und stand im Zenit seines Ruhmes.

Auf König Ahmose folgt Amenophis I auf den Thron. Während seiner 20 Jahre dauernden Regierung sichert er das Land und seine Grenzen. Sein Nachfolger Thutmosis I. weitet die Landesgrenzen aus. Er ließ als erster Herrscher sein Grab im Tal der Könige anlegen. Sein Nachfolger Thutmosis II war mit seiner Halbschwester Hatschepsut verheiratet. Diese regierte nach seinem Tod für seinen unmündigen kleinen Sohn Thutmosis III. 22 Jahre lang. Sie galt als Friedensfürstin. Nach ihrem Tod hat man versucht, ihr Andenken zu zerstören und entfernte ihren Namen aus Tempeln und Darstellungen. Die nachfolgenden Regenten übernehmen wieder den Kult des Sonnengottes Aton und Amenophis ändert seinen Namen in Echn-aton. Besondere Berühmtheit erlangte dessen Gattin Nofretete, deren Büste heute in Berlin zu besichtigen ist. Der spätere Regent Tutanch-aton führte den Amun-Kult wieder ein und änderte seinen Namen in Tutench-Amun. Er regierte nur 10 Jahre und starb im Alter von 19 Jahren. In die Zeit des Neuen Reiches fällt auch die Regentschaft von Ramses I und II, er herrschte 66 Jahre und gilt als einer der berühmtesten Pharaonen und fleißigsten Bauherren. Ihm verdanken wir den Luxor-Tempel, Abu Simbel und verschiedene Königsgräber. Im Lauf der nächsten Jahrzehnte zerfiel das Reich mehr und mehr und endete mit der Regentschaft Ramses XI. Damit begann auch das Ende der ägyptischen Hochkultur. Das Land selbst zerfällt wieder in Ober- und Unterägypten mit jeweils eigenen Herrschern.

Außerdem fällt in diese Zeitspanne vermutlich auch der biblische Auszug der Israeliten aus Ägypten.

1070 - 332 v. Chr. - Dritte Zwischenzeit und Spätzeit

Es ist eine Zeit des Umbruchs, ägyptische Priesterkönige, libysche und nubische Fürsten sitzen auf dem Thron. Beeindruckt von der ägyptischen Kultur restaurieren sie vieles. lassen alte Texte neu abschreiben und die goldene alte Zeit erlebt eine gewisse Renaissance. 664 v.Chr. erobern die Assyrer Theben und verwüsten es. König Psammetich lehnt sich erfolgreich gegen die assyrische Herrschaft auf und vereint die beiden Ägypten wieder. Die folgenden Könige Apries und Amasis fördern den Handel mit Griechenland. 525 eroberten die Perser das Land. Sie werden zwar später zunächst vertrieben, erobern jedoch unter Artaxerxes III das Land am Nil erneut. Unter dieser zweiten persischen Schreckensherrschaft werden viele Kulturgüter zerstört und die letzte der ägyptischen Dynastien endet.

332 - 30 v. Chr. - Die griechische Zeit

Dies war die Zeit der Ptolemäer. Alexander der Große erobert das Reich der Perser und damit auch Ägypten. In Memphis wurde er zum Köngi von Ober- und Unterägypten gekrönt. Er gründet die Hafenstadt Alexandria, die schnell zu einem wirtschaftlichen und kulturellem Zentrum wurde. Ägyptische und hellenistische Kulturen verschmelzen miteinander. Nach dem Tode Alexanders übernimmt sein General Ptolemaius die Herrschaft und wird zum König gekrönt. Griechisch wird zur Sprache der Gebildeten, Künstler und Gelehrte aus aller Welt kommen nach Alexandria. Doch auch dieses blühende Reich währte nicht lange, Cäsar erobert Ägypten und verfällt der faszinierenden Kleopatra. Das Ende ist hinlänglich bekannt. In der Schlacht bei Actium, 31 v. Chr. wird der abtrünnige Antonius von Kaiser Augustus - damals noch Octavian - besiegt. Das Land wird zu einer römischen Provinz degradiert, die einstige große Macht Ägyptens ist dahin.

Bedeutende Kunstzeugen dieser Zeit sind beispielsweise die Tempel von Edfu oder Kom Ombo, griechische Gottheiten verschmelzen hier mit den ägyptischen.

30 v. Chr. - 395 n. Chr. - Die römische Zeit

Ägypten wurde zur Kornkammer des römischen Reiches, hatte ansonsten kaum Rechte, dafür aber hohe Steuerlasten. Privilegien der Priesterschaft wurden aberkannt, die Spannungen wuchsen. In den ersten Jahrhunderten wurde der christliche Einfluss immer stärker, die alten Tempel verfielen oder wurden anderweitig benutzt.

395 - 640 n. Chr. - Die byzantinische Herrschaft und christliche Zeit

Das römische Reich wird aufgeteilt in das weströmische mit Rom als Hauptstadt und das oströmische mit der Hauptstadt Byzanz, dem heutigen Istanbul. Ägypten fällt unter das oströmische Reich. Es ist eine unruhige Zeit, geprägt von religiösen und politischen Auseinandersetzungen, die das Land schwächen. Einfallende islamische Truppen erobern Ägypten ohne große Probleme 641 n.Chr. Der Islam wird im Lande heimisch, doch es sind auch bereits christliche Gemeinden ansässig. Aus dieser Zeit stammt auch die Bezeichnung "koptische Christen". Dies sind einheimische ägyptische Christen, im Unterschied zu anderen eingewanderten griechischen oder römischen Christen. Eine koptische Kirche entwickelte sich und trennte sich von der byzantinischen Kirche. Sie ist heute die älteste afrikanische Kirche. In dieser Zeit entstand auch das Mönchtum, die Bildung von Klostergemeinschaften.

641 n. Chr. - Die islamische Zeit bis heute

Die Araber eroberten Ägypten. die erste Moschee wurde erbaut. Der Islam breitete sich im Land aus und bald waren die koptischen Christen zu einer Minderheit geworden. Verschiedene Dynastien wie die Omajaden und die Abbasiden wechselten sich ab und bekriegten sich gegenseitig. Später eroberten die Fatimiden Ägypten und gründeten ihre neue Hauptstadt El-Kahira, das heutige Kairo. Dort entstand auch die El Azhar-Moschee. Sie wurde bereits 988 zur Universität und gleichzeitig Zentrum islamischer Traditionen. Später errangen die Mamelucken, eine militärische türkische Elite die Macht. In dieser Zeitperiode entstanden viele Prachtbauten.

Im 16. Jh. wurde Ägypten eine Provinz des osmanischen Reiches.

1798 unternahm Napoleon seine berühmte Expedition nach Ägypten, die eigentlich ein Feldzug war und kläglich scheiterte. Im 19. Jh. modernisierte und industrialisierte er sein Land, führte den Anbau von Baumwolle ein und ließ entsprechend Spinnereien und Webereien errichten. 1869 wurde der Suez-Kanal eröffnet, erbaut vom französischen Grafen Ferdinand de Lesseps. Später wurde Ägypten britisches Protektorat. 1922 erhielt das Land seine Unabhängigkeit. Ab diesem Zeitpunkt war Ägypten ein Königreich unter den Herrschern Fuad und danach seinem Sohn Faruk, der 1952 durch einen Putsch gestürzt wurde. Die Monarchie wurde abgeschafft und seit 1953 ist das Land eine Republik, der 1. Präsident war Gamal Abd el-Nasser. 1960 begann der Bau des Assuan-Staudammes. 1967 war der Sechstagekrieg zwischen Ägypten und den arabischen Staaten. 1969 wird Anwar al-Sadat nach Nassers Tod neues Regierungsoberhaupt. Unter seiner Ägide wird im Abkommen von Camp David Frieden zwischen Israel und Ägypten geschlossen. 1981 wird er ermordet, sein Nachfolger wird Hosni Mubarak, das heutige Staatsoberhaupt ist Adli Mansur (Stand 2013).


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